Das Überschwemmungsgebiet des Dümmer darf nicht bebaut werden.

Im alten Baugebiet Wienkamp "1" ist am Nordrand des Gebietes altes, ausgewiesenes Überschwemmungsgebiet überplant und auch überbaut worden. Die damalige Gesetzeslage verbot dies nicht grundsätzlich, gefordert wurde vom Gesetz allerdings, dass ein Ausgleich erfolgt. Das ist unseres Wissen nicht erfolgt (wo ist die Ausgleichs-Retentionsfläche??) , und man kann davon ausgehen, dass dieser Ausgleich im östlichen Zipfel ("Wienkamp 2") erfolgen sollte.  Aus diesem Grund wurde das Gebiet dann im Jahr 2001 aus der Planung herausgenommen.

Überbautes altes Überschwemmungsgebiet:

Die rot schraffierte Fläche entspricht dem überbauten alten Überschwemmungsgebiet.

 

Die Wetterereignisse der letzten Jahre haben uns vor Augen geführt, dass  durch den Klimawandel Starkregenereignisse häufiger werden. Damit steigt auch das Risiko für lokale Überschwemmungsereignisse.

Angesichts dieser Tatsachen muß sich die Gemeinde schon fragen lassen, ob es nicht grob fahrlässig ist, im Extremhochwassergebiet eine Bebauung zuzulassen - vor allem, wenn im gleichen Gebiet vor wenigen Jahren schon Retentionsfläche bebaut wurde.  Ein nicht bebautes und vor allem auch nicht versiegeltes Extremhochwassergebiet wäre eine mögliche Retentionsfläche und ein Ausgleich für die damals (2001-2003) durchaus fragwürdige Planung und Geländemodellierung am Nordrand des jetzigen Gebietes.

 

Die Gesetzgebung geht eigentlich noch weiter: eigentlich sollte alles getan werden, um Retentionsflächen und Überschwemmungsgebiete wiederherzustellen und Flüsse und Bäche zu renaturieren.

 

Hier wird auf den §113 a des Landeswassergesetzes verwiesen sowie auf § 77  des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG): "Frühere Überschwemmungsgebiete, die als Rückhalteflächen geeignet sind, sollen so weit wie möglich wieder hergestellt werden, wenn überwiegende Gründe des Wohles der Allgemeinheit dem nicht entgegenstehen."

 

Sowohl aus der der Urkatasterkarte (links) als auch aus der anderen alten Karte (rechts) geht hervor, dass das Gebiet am Dümmer früher niedriger war, dass dort ein mänanderförmiger Bachlauf mit Aue existierte.

Entsprechend ist dies auch bei den preussischen Überschwemmungsgebieten dargestellt.