Klimawandel bedeutet nicht nur Trockenheit, wie wir es seit einigen Jahren erleben. Klimawandel bedeutet außer einem globalen Temperaturanstieg auch, dass extreme Wetterlagen häufiger vorkommen und länger persistieren. Wir müssen genauso wie mit wochenlanger Trockenheit auch mit wochenlangen Regenfällen und einer verstärkten Hochwassergefahr rechnen. 


Hochwasser am Dümmer im Sommer 2014

Unter diesen Bedingungen ist es keine kluge Entscheidung, in einem Überschwemmungsgebiet zu bauen. 

Eine Baumaßnahme in einem sogenannten "hundertjährigen Überschwemmungsgebiet = HQ 100" ist sogar verboten. Die ursprüngliche Planung des "Wienkamp 2" sah eine solche Bebauung vor. Dank unserer Intervention konnte dies verhindert werden.

Eine Bebauung eines Extremhochwassergebietes (HQ Extrem) ist nicht verboten. Ob es im Einzelfall klug und weitsichtig ist, in einem solchen Gebiet zu bauen, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Auch ein Extremhochwassergebiet ist Retentionsfläche, d.h. in einem solchen Gebiet kann Wasser im Überschwemmungsfall ausweichen. Wenn die natürliche Retentionsfläche nicht mehr zur Verfügung steht, sucht sich das Wasser einen anderen Weg.

Aus diesem Grund ist es aus ökologischen Gründen und aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht ratsam, solche Gebiete zu bebauen oder dort Gelände zu erhöhen, wie es der aktuelle Bebauungsplan vorsieht.

 


 

Einige Begriffe zur Erklärung:

 

HQ 100  =  Hochwasser mittlerer Wahrscheinlichkeit, ein Hochwasserereignis, das statistisch betrachtet alle 100 Jahre auftritt. Hier wird eine Hochwasserlinie auf der Basis von Höhendaten, Wassermengen und Abflußbedingungen errechnet - dies ist maßgeblich für Baugebiete. In einem HQ 100 Gebiet darf nicht gebaut werden, hier dürfen auch keine Geländeerhöhungen stattfinden.

 

HQ 250 =  HQ extrem = Hochwasser niedriger Wahrscheinlich, ein Hochwasserereignis, das statistisch gesehen alle 250 Jahre auftritt, aber extremer ausfallen kann. Allerdings ist festzuhalten, dass derartige "Extremhochwasserereignisse" in den letzten 50 Jahren häufiger geworden sind - das hat mit dem Klimawandel und mit der zunehmenden Flächenversiegelung zu tun.

Grundsätzlich ist es im HG 250 Gebiet erlaubt, zu bauen und Gelände zu erhöhen - allerdings muss sich eine Gemeinde über ihre Verantwortung im Klaren sein, wenn sie das genehmigt.