2011 / 2012 Bauen im Überschwemmungsgebiet ?

Es liegt auf der Hand, dass die Errichtung von Wohngebäuden in einem Überschwemmungsgebiet nicht sinnvoll ist - entsprechend ist die Rechtslage eindeutig: in einem Gebiet, in dem statistisch einmal in 100 Jahren eine Überschwemmung auftritt (sogenanntes HQ 100 - Hochwassergebiet, mittlere Wahrscheinlichkeit für ein Hochwasser) besteht grundsätzlich ein Bauverbot.

Bei der Diskussion um einen möglichen Bebauungsplan im Gebiet "Wienkamp II" wird es darum gehen, ob auch in einem Gebiet, in dem nur eine niedrige Wahrscheinlichkeit für ein Hochwasser besteht (sogenanntes HQ Extrem) gebaut werden soll. Das ist zwar gesetzlich nicht grundsätzlich ausgeschlossen, es ist jedoch aus vielen Gründen nicht sinnvoll, sondern riskant. Warum das so ist, soll auf den folgenden Seiten verdeutlicht werden.

Umso gravierender ist es, dass im Falle "Wienkamp II" auch noch versucht wurde, das HQ 100 - Gebiet zu verkleinern.


Die Frage, ob eine Bebauung des östlichen Wienkamp -Ackers sinnvoll ist, stellte sich angesichts der immer wieder zu beobachtenden Wasseransammlungen auf dem Feld schnell - diese Fotos des potentiellen Baugebietes entstanden im Januar 2012 anläßlich eines Spazierganges nach einigen Regentagen.

Es drängte sich auf, dass sich einige aktive Mitglieder der Interessengemeinschaft auch aufgrund ihres beruflichen Hintergrundes  mit der Frage von Überschwemmungsgebieten befassten......


.....und da es war nicht besonders schwierig herauszufinden, dass am Dümmer ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen war. Dieses war damals bereits im Internet auf der homepage des Regierungspräsidiums einzusehen. Um die Bedeutung dieser Tatsache zu verstehen, möchten wir hier über die Zusammenhänge von Hochwasser,  über Überschwemmungsgebiete und die entsprechenden juristischen Hintergründe informieren.

Insofern war es 2011/2012 naheliegend, doch einmal nachzusehen, ob die im Gemeindeentwicklungsauschuß vorgelegte Planung (siehe Zeichnung: Häuser rot)  diese Überschwemmungsgrenzen respektierte.

Dazu benötigt man einen Rechner, ein Lineal, einige mathematische Grundkenntnisse, etwas zeichnerisches Geschick und das Ergebnis ist eindeutig:

Entweder bestand hier seitens der Planer völlige Unkenntnis über die Existenz eines Überschwemmungsgebietes (was nicht anzunehmen ist......bzw. wir wissen, dass die Planer ganz genau wussten, wo die Überschwemmungsgrenze verlief und haben dafür auch Beweise.....) und der damit verbundenen Konsequenzen oder man hatte weitergehende Pläne......(so war es wohl....)

 

Der Kenntnisstand der Planer hat sich 2017 weiterentwickelt - es ist nun bekannt, dass im HQ 100 Gebiet nicht gebaut werden darf und man hat die neu festgelegte Grenze bei der Planung auch akzeptiert - bzw. akzeptieren müssen !