23.3.2020 Pressemitteilung

 

Am 26.3. 2020 soll in der Ratssitzung die Entscheidung über das Baugebiet Wienkamp 2 fallen. Die Abwägung der Gemeinde, d.h. die Bewertung der Bürgereinwände soll verabschiedet werden, obwohl auf zahlreiche Einwände keine ausreichende Antwort erfolgte.

 

Die zur Diskussion und Vorbereitung angesetzte Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am 19.3. wurde abgesagt. Die Themen der Ratssitzung sind so umfangreich, dass eine Diskussion gar nicht mehr möglich ist, die Bürgerfragestunde  wurde gestrichen und die Öffentlichkeit ist de facto wegen der Angst vor Ansteckung ausgeschlossen. Aufgrund des jetzt ausgesprochenen Kontaktverbotes verbietet sich ein Besuch der Ratssitzung ohnehin.

 

Die Anwohner im Wienkamp sind über das Demokratieverständnis der Gemeinde in hohem Maße erstaunt.  Dass die Themen „Haushalt“ und „Huxburg“ dringend und unaufschiebbar sind, ist noch nachvollziehbar, für den Punkt „Wienkamp“ gilt dies ganz sicher nicht.

 

Zahlreiche Einwände der Anwohner wurden in der Abwägung nicht berücksichtigt. Das Verkehrsgutachten ist fehlerhaft und unvollständig, es geht zum Beispiel überhaupt nicht auf die Situation im kurvigen Abschnitt der Anwohnerstraße im Westen ein und unterschlägt diesen Bereich völlig.

 

Es ist davon auszugehen, dass die Baumaßnahmen nach 2-3 Jahren keinesfalls abgeschlossen sein werden und die Gemeinde gibt keine Antwort darauf, wie es dann weitergehen soll – sie hält es für möglich, den weiteren Bauverkehr über die Anwohnerstraße abzuwickeln. Wir fordern die Gemeinde auf, dafür zu sorgen, dass die Baustraße bestehen bleibt, bis die Hochbaumaßnahmen abgeschlossen sind und die private Vereinbarung zwischen Vorhabenträger und Landwirt bezüglich der Baustraße transparent zu machen. Ein Baugebot könnte dazu beitragen, die Durchführung der Baumaßnahmen zu beschleunigen und sicherzustellen, dass die Grundstücke tatsächlich an bauwillige Familien verkauft werden und nicht an Grundstücksspekulanten.

 

Das HQ - Extremhochwassergebiet soll bebaut werden, obwohl die Bezirksregierung davon dringend abrät – die Gemeinde plant angeblich ausgleichende Renaturierungsmaßnahmen am Dümmer – gibt aber keine Antwort darauf, wie das tatsächlich geschehen soll. Ohne Miteinbeziehung der westlich angrenzenden landwirtschaftlichen Fläche dürfte das nicht zustande kommen.

 

Die Gemeinde weist in der Begründung zum Bebauungsplan auch ausdrücklich darauf hin, dass es im Zusammenhang mit der Baumaßnahme zu Baumfällungen am Kanal kommen kann. Das ist eine Tatsache, die alle Bürger angeht, denn der Weg am Kanal wird von vielen zum Spazierengehen benutzt. Wir fordern die Gemeinde auf, im östlichen Teil den Abstand der Gebäude von den Bäumen zu vergrößern.

 

Die derzeitige Situation wird hier von denjenigen, die von dieser Maßnahme profitieren, geschickt genutzt, um hinter mehr oder weniger verschlossenen Türen einen kritischen Plan durchzuwinken und dabei den Eindruck vor der Öffentlichkeit zu verschleiern, dass inzwischen Ratsmitglieder in relevanten Positionen verschiedener Fraktionen im Zusammenhang mit der Grundstücksverteilung befangen sind.

 

 

 

ENDPHASE des VERFAHRENS !

Am 19.3.2020 sollte der Gemeindeentwicklungsauschuss wieder über die Wienkamp - Erweiterung beraten.

Diese Sitzung ist wegen der Coronavirus-Krise abgesagt worden, die Entscheidung über die Abwägung soll im Gemeinderat am 26.3. gefällt werden - de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Auf der Homepage der Gemeinde sind alle Unterlagen einzusehen:

Eine Fülle von Unterlagen - es ist nicht zu erwarten, dass die politischen Entscheidungsträger das alles durchlesen und eine fundierte Entscheidung treffen.

Wir haben in Senden eine absolute Mehrheit der CDU, und die wird das durchwinken.....ist doch der "Vorhabenträger" ein CDU Mitglied.....! So funktioniert das hier. Kommunalwahlen sind im September 2020!

 

Wir versuchen hier im folgenden die wesentlichen Fakten der "Abwägung" festzuhalten:

- Alle unsere Bedenken werden vom Tisch gewischt mit der Bemerkung: "Den Bedenken wird nicht gefolgt." Was als Begründung dafür herhalten muss, lässt sich nur charakterisieren mit dem Wort "Fake News." 

- Die Baustraße soll bis Ende 2022 mit einer Verlängerungsoption bis Mitte 2023 bestehen. Dass die Baumaßnahmen bis dort nicht abgeschlossen sind, liegt auf der Hand. Danach wird der Baustellenverkehr über unsere Anliegerstraße gehen. Die Gemeinde hält sich da aus allem heraus: "privatrechtliche Vereinbarung des Vorhabenträgers mit dem Grundstückseigentümer"....

- Es wird dazu kommen, dass Bäume am Kanal gefällt werden, das räumt die Gemeinde explizit ein. Nach Aussagen der Gemeinde ist das nicht vermeidbar.



Wozu diese Homepage?

Im Dezember 2011 schlossen sich zahlreiche Anwohner des Gebietes  Wienkamp in Senden in der Interessengemeinschaft Wienkamp zusammen, um gemeinsam gegen ein geplantes Baugebiet am Rande ihres Wohngebietes vorzugehen.

Unser Protest richtet sich in erster Linie gegen den Plan, unsere Wohnstraße als Baustraße zu nutzen. Kritik besteht darüber hinaus an der anfänglich geplanten Dimensionierung des Vorhabens sowie an der Tatsache, dass hier ein Überschwemmungsgebiet bebaut werden soll und dass die Bebauung den Bestand der Baumallee am Dortmund - Ems - Kanal gefährdet.

 

Unsere Recherchen zeigten, dass die in Senden viel zitierte "Bürgernähe  und  Transparenz" bei der Planung wenig Beachtung fand - vielmehr muss die Frage erlaubt sein, ob es da immer mit rechten Dingen zuging und dabei vor allem die Interessen des Investors im Vordergrund stehen.

Die Tatsache, dass bisher in diesem Gebiet noch nicht gebaut wurde, zeigt, dass gründliche Recherchen und beharrlicher Widerstand durchaus etwas bewirken können:

- Inzwischen wurde im neuen Planentwurf die Dimension der geplanten Gebäude an den Bestand alten Baugebiet angeglichen.

- Ein inzwischen vorgelegtes Verkehrsgutachten gibt uns vollumfänglich recht in unserer Vermutung, dass eine Nutzung der Wohnstraße als Baustraße eigentlich nicht möglich ist - nach den derzeitigen Richtlinien ist der Begegnungsverkehr von LKWs auf der 700 m langen, einzigen Zufahrt nicht zulässig. 

 

Mit dieser homepage wollen wir über die Hintergründe und aktuelle Entwicklungen informieren und unsere Forderungen erklären.

 

Für Anregungen sind wir per E-Mail zu erreichen: 


Unsere aktuellen Forderungen sind seit 2011 bekannt:

- Ohne Baustrasse ist eine Bebauung nicht möglich

- Es muss alles getan werden, um den Bestand der Baumallee am Kanal zu sichern

- Eine Bebauung im Überschwemmungsgebiet HQ Extrem sollte in Zeiten des Klimawandels wegen der Gefahr von Extremwetterereignissen vermieden werden

- Die Bebauung muss von den Dimensionen her zur übrigen Bebauung passen.

Genaueres zu diesen Forderungen hier:



Hier informieren wir über Aktionen und Termine: