Als wir uns 2011 gegen das geplante Baugebiet wehrten, wurde uns rasch unterstellt, wir wollten jegliche Bebauung verhindern - wir wollten "keinen mehr ins Boot lassen". Das ist eine üble Unterstellung.

 

Wir teilen grundsätzlich die Ansicht, dass der Flächenverbrauch in Deutschland reduziert werden muss, und dass die ökologischen Auswirkungen einer Bebauung von Freiflächen oder Ackerland sorgfältig überprüft werden müssen.

 

Wir sind jedoch nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung der Restfläche des Wienkamp -  wir fordern allerdings, dass bei einer Flächennutzungsplanänderung und Ausweisung eines Bebauungsgebietes ökologische Aspekte und Anwohnerinteressen nicht dem Interesse der Gewinnmaximierung des Grundstückverkäufers und eventueller Investoren geopfert werden.


1. Für die Versorgung und Erschließung der Baustelle muss ein Bauweg von Osten/Nordosten erstellt werden, da intensiver Baustellenverkehr auf der Anliegerstrasse nicht hat möglich ist.

Begegnungsverkehr von LKWs ist auf der Anwohnerstraße nicht möglich und auch Begegnungsverkehr von LKW und PKW ist kritisch. Das wird im Verkehrsgutachten sogar zugegeben! Auch die Tatsache, dass ein Unfall eine komplette Sperrung der Straße nach sich ziehen würde und dann weder Feuerwehr noch Notarzt durchkommen würden, zwingt zu Überlegungen für eine zweite Erschließung - zumindest als Baustrasse.


2. Die Ausweisung des Baugebietes muss so erfolgen, dass gesichert ist, dass die Bäume am Kanal nicht gefährdet werden - dazu muss ein ausreichend breiter Geländestreifen hinter den Bäumen vorgesehen werden, der nicht in privates Eigentum übergeht und ggf. dem WSA als Betriebsweg zur Verfügung gestellt werden kann - am besten als ökologisch wertvolle Blühwiese.

Wenn hier Kompromisse eingegangen werden, wird es früher oder später dazu kommen, dass die Bäume gefällt werden.


 

3. Keine Bebauung im Überschwemmungsgebiet - auch nicht im Extremhochwassergebiet (HQ 250/ HQ extrem) - keine Vernichtung von Retentionsraum.

Hier geht es um die Frage, ob die Gemeinde eine Vergrößerung der Hochwassergefahr -vor allem an anderer Stelle - im Ortskern - in Kauf nehmen möchte!


4. Die städtebauliche und optische Gestaltung des Baugebietes muss der Tatsache gerecht werden, dass das Gebiet sich am Übergang zur Natur befindet. Eine intensive Flächenversiegelung muss vermieden werden.