Am 24.11.2011 beschloß der Gemeindeentwicklungsausschuß in Senden, einen Bebauungsplan für eine kleine, bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche aufzustellen. Der von Privatinvestoren vorgelegte Plan sah  ca. 60 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern vor.

Es handelt sich um ein kleines Feld von ca. 2 ha Größe , das im Osten an das alte Baugebiet Wienkamp angrenzt. Dort besteht eine aufgelockerte Bebauung mit Ein- bzw Zweifamilienhäusern.  Dort befinden sich bisher ca. 120 Wohneinheiten auf 9 ha Fläche. Das neu geplante Gebiet sollte über die verkehrsberuhigte Anliegerstraße des bisherigen Wohngebietes erschlossen werden.

Gegen diese Planung und auch gegen die Art, wie dies vom Grundstücksbesitzer in Zusammenarbeit mit den Investoren  in der Gemeinde betrieben wurde, gab es massiven Protest der Anwohner  - die Interessengemeinschaft Wienkamp bildete sich.

 

Der Protest der Anwohner richtet sich gegen  gegen die massive Verdichtung der geplanten Bebauung und die überhaupt nicht zur vorhandenen Bebauung passende Architektur, sowie gegen die Planung, den Verkehr (während der Bauphase und auch später) über die schmale Anliegerstraße zu führen. Die Anwohner fürchten um die Verkehrssicherheit und sehen große Gefahr für die vielen Kinder im Baugebiet. Der Protest richtet sich auch gegen den Eingriff in die Natur - die geplante Bebauung würde dazu führen, dass eine ca. 80 Jahre alte Baumallee am Dortmund - Ems - Kanal gefällt werden könnte und sehr schnell fand man heraus, dass sich das geplante Baugebiet teilweise in einem Überschwemmungsgebiet befindet.

 

Alles spricht dafür, dass in diesem Gebiet zwischen 2001 und 2011 (und auch davor) Geländererhöhungen stattgefunden haben, um aus "wertlosem" Überschwemmungsgebiet wertvolles Bauland zu machen - wahrscheinlich von langer Hand geplant, weil dieses Gebiet im Jahr 2002 nicht überplant werden konnte, eben weil es Überschwemmungsgebiet war. Die während dieser Jahre seitens des Regierungspräsidiums durchgeführte Neuvermessung, Neuberechnung und neue Ausweisung von Überschwemmungsgebieten konnte man sich dabei zunutze machen.

 

Geländeerhöhungen in Überschwemmungsgebieten sind verboten - sie stellen einen gefährlichen Eingriff ins Ökosystem dar. Retentionsflächen und Überschwemmungsgebiete sind notwendig, da es sonst an anderen Stellen zu gefährlichen Überflutungen kommen kann.

Als die Interessengemeinschaft Wienkamp versuchte, diese Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen, traf sie auf den massiven Widerstand der Gemeinde, die versuchte, die Angelegenheit zu bagatellisieren.