Am 29.6.2017 hat der GEA (Gemeindeentwicklungsausschuss) mit der Mehrheit von CDU und SPD entschieden, das vom  Projektentwickler  (Immobilius GmbH, CDU, früherer Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses) vorgestellte Bebauungsprojekt für Wienkamp 2 auf den Weg zu bringen.

 

Dieses Projekt unterscheidet sich in relevanten Punkten nur unwesentlich vom alten Projekt, auch wenn dies von der Gemeinde und dem Investor anders dargestellt wird.

 

1. Wie bei der alten Planung von 2011 vorgesehen wird eine massive, verdichtete Bebauung entstehen - das Ausmaß der Verdichtung und der Flächenversiegelung wird deutlich größer sein als im alten Gebiet Wienkamp 1 - und das  in der Nähe zur Natur und in einem hochwasserempfindlichen Gebiet. Bei dieser Bebauung wird nur wenig Grünfläche übrigbleiben.

 

2. Auf die 2012 vorgebrachten Einwände der Anwohner  die Verkehrssituation betreffend wurde in keiner Weise eingegangen. Es wäre möglich, eine zusätzliche Erschließung von Nordosten zumindest für die Bauphase vorzusehen - darauf wird verzichtet, da dies mit Kosten für den Investor verbunden wäre. Diese Kosten möchte die Gemeinde dem Investor offensichtlich nicht zumuten - es wäre doch zumindest zu erwarten, diese Möglichkeit einmal zu prüfen, die Kosten festzustellen und dann darüber zu entscheiden.

 

3. Es wird in Kauf genommen, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt die noch vorhandenen Bäume am Kanal fällen wird, um dort einen Betriebsweg zu bauen. Diese Wahrscheinlichkeit könnte dadurch reduziert werden, wenn hinter den Bäumen ein Geländestreifen  von ca. 5 m Breite für einen solchen Betriebsweg vorgesehen wird - auch das würde den Gewinn des Investors reduzieren und das will man nicht.

Lieber wird riskiert, dass die herrlichen alten Bäume gefällt werden.

 

4. Das Extremhochwassergebiet wird bebaut, versiegelt, und aufgeschüttet - dadurch wird die notwendige Retentionsfläche vermindert - und das in einer Zeit, in der wir durch den Klimawandel verstärkt mit extremen Wetterverhältnissen wie Starkregen rechnen müssen. Gesetzlich ist das zwar zulässig - aber klug ist das nicht, eigentlich ist das verantwortungslos.

Dass die Gesetze eine Bebauung im Extremhochwassergebiet erlauben, ist ein Kompromiss für Gemeinden, die keine anderen Flächen zur Bebauung zur Verfügung haben - das trifft jedoch für Senden nicht zu. Es besteht also keinerlei Notwendigkeit, dies zu tun.

Die Notwendigkeit der Überbauung dieser Flächen besteht lediglich darin, hier möglichst viel zu bauen - und auch das wiederum nur aus Gründen der Gewinnoptimierung beim Investor. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass im Wienkamp bereits Überschwemmungsfläche überbaut wurde, ist dieses Vorgehen nicht verständlich - es gäbe andere Lösungen.


Folgenden Fragen müssen erlaubt sein:

 

- Warum wird die Existenz der Baumallee riskiert ?

 

- Warum wird eine Vergrößerung der Überschwemmungsgefahr im ohnehin schon hochwassergefährdeten Ortskern in Kauf genommen?

 

- Warum werden andere Möglichkeiten der Verkehrserschließung nicht einmal geprüft?

 

- Warum werden andere Möglichkeiten der Bebauung nicht einmal ernsthaft diskutiert?

 

Obwohl es ohne Zweifel andere Möglichkeiten gäbe !